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Ein Nachbericht zu hub.berlin und Big-Data.AI Summit 2019

„Wir brauchen mehr starke und große digitale Unternehmen in Europa, um mit Apple, Google und Microsoft konkurrieren zu können.“

Dieser Satz von Peter Altmaier aus seiner Keynote kann getrost als Leitmotto der von der Bitkom veranstalteten Digital-Konferenz in Berlin betrachtet werden. Mit über 8.000 Besuchern und prominenten Sprechern war die Konferenz ein voller Erfolg und nicht etwa trocken, wie manch andere Treffen der „Digital Players“. Andy (Wenk), Leitung Backend, war dabei und berichtet von seinen Eindrücken und ein paar Highlights.

Foto von der hub.berlin
Red Stage hub.berlin 2019.

Venue

Die Konferenz fand in der Location „Station Berlin“ in Berlin Kreuzberg statt. Die Veranstalter hatten sich extrem viel Mühe gegeben, den Besuchern alles zu bieten, was man bei einer Konferenz benötigt: viele Food- und Drink-Stände mit wirklich ausgezeichnetem Essen, viele Sitzgelegenheiten und eine gute Aufteilung der einzelnen Bereiche. Hervorzuheben ist hierbei der Bereich für Co-Working und ein Bereich mit kleinen Ständen für Start-Ups und kleinere Firmen. Und natürlich gab es Bühnen in unterschiedlichen Größen – insgesamt 11 mit 350 Sprechern. Die Red Arena und die Black Arena waren die größten, wobei auf der Bühne der Red Arena die Keynotes gehalten wurden. Kommen wir nun zu den Inhalten.

Foto von der hub.berlin
Foto von der hub.berlin

Keynotes

Die gesamte Konferenz war nicht zuletzt aufgrund des Zusammenschlusses der hub.berlin mit dem Big-Data.AI Summit geprägt von Digitalisierung, Artificial Intelligence (AI) und Machine Learning (ML) und von der Frage, wie es auf EU Ebene gelingt, diese Technologien zu fördern und letztlich durch regulatorische und gesetzliche Maßnahmen nutzbar zu machen. Das eingangs erwähnte Zitat von Peter Altmaier unterstrich dies und wurde in der Keynote mit dem Titel Europe at a Crossroads – Creating Value in a Digitized World am ersten Tag der Konferenz von Timotheus Höttges (CEO Deutsche Telekom AG) aus Sicht eines Top 500 Unternehmens bekräftigt. Es gibt hier noch vieles zu tun und die Zeit drängt.

AI und ML

Dass die Themen AI und ML aktuell – übrigens genauso wie Blockchain – leider oft dem Buzzword „Bingo“ verfallen ist, wusste Stephen Brobst (CTO Teradata Corp., ehemaliger Berater von Barack Obama) zu berichten: „AI ist ein überhitzter Hype und er wird zusammenbrechen, wie auch der Hype um Hadoop zusammengebrochen ist“, „Deep Learning ist nicht die Antwort auf alle Fragen. Meistens gibt es billigere und einfachere Methoden.“ Gerade der letzten Aussage ist bei genauerer Betrachtung zuzustimmen. Selbstverständlich muss man als modernes und innovatives Technologieunternehmen seine eigenen Bemühungen und Evaluationen zum Einsatz von modernen Technologien kontinuierlich vorantreiben. Hier ist jedoch immer Maß und Verstand geboten. Diese Einstellung und Haltung einzunehmen ist übrigens einer der Grundsätze bei sum.cumo und hat uns letzten Endes etliche Male überflüssige Aufwände erspart und geholfen, die erfolgversprechendsten Tools und Technologien für unsere Projekte und Kunden einzusetzen.

Cybersecurity

Seit vielen Jahren ist das Thema Sicherheit im World Wide Web und Internet ein großes Thema. Allerdings steigen die Angriffe in den letzten Jahren zunehmend. Eine Entwicklung, die durch die immer größer werdende Nutzung des Webs und der dort angebotenen Applikationen nachvollziehbar ist. Heutzutage spricht man allerdings bereits von Cyber-War. Welche Ausmaße das annehmen kann, hat Heli Tiirmaa-Klaar (Ambassador at Large for Cybersecurity Estonia) in einer Panel-Diskussion berichtet. „Die Cyberangriffe 2007 auf Estland waren eine Reihe von Cyberangriffen, die am 27. April 2007 begannen und sich an Websites estnischer Organisationen richteten, darunter das estnische Parlament, Banken, Ministerien, Zeitungen und Rundfunkanstalten, im Spannungsfeld zwischen dem Land und Russland über die Umsiedlung des Bronzesoldaten von Tallinn, einem aufwändigen Grabmal aus der Sowjetzeit, sowie Kriegsgräbern in Tallinn.“ Nachvollziehbar ist dementsprechend die Aussage „Investitionen in Datenschutz und Cybersicherheit sind immer eine gute Idee“.

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Weitere Highlights

Im weiteren Verlauf der Konferenz gab es viele sehr interessante Vorträge, von denen noch zwei Highlights erwähnt werden sollen.

Zum einen hat Robert E. Kahn (einer der Väter des Internet, der mit Vint Cerf das Transmission Control Protocol (TCP) und das Internet Protocol (IP) entwickelt hat) den Nutzen der Digital Object Identifier (DOI; deutsch: Digitaler Objektbezeichner) erklärt. Der DOI ist ein eindeutiger und dauerhaft verfügbarer digitaler Identifikator für physische, digitale oder abstrakte Objekte. Einsatzgebiete sind im Bereich IoT und Online-Zeitungen und -Archiven zu finden.

Zum anderen hat Torsten Hartmann das Projekt The Periodic System of Artificial Intelligence vorgestellt. Das Projekt hat es zum Ziel, die Begrifflichkeiten rund um das Thema AI zu erklären. Sozusagen ein Glossar, um Unterstützung zu leisten bei zukünftigen Diskussionen gefährliches Halbwissen vermeiden zu können.

Foto von der hub.berlin

Digital Empathy

Wie bei allen Konferenzen, gab es auch bei der hub.berlin den einen oder anderen Meta-Talk. Hier werden wichtige Themen im Bereich Diversity oder Women in Tech diskutiert. Einen erschreckenden Bericht lieferte Richard Gutjahr. Der Anschlag von Nizza, der Amoklauf von München: Bei beiden Ereignissen war Journalist Richard Gutjahr zufällig vor Ort und berichtete. Das bot Stoff für Verschwörungstheoretiker und Hetzer, die den Blogger nicht in Ruhe lassen. Aber Gutjahr gibt nicht auf und kommt seiner Tätigkeit als Journalist nach und berichtet über sich und seine Familie und die Schmerzen, die die stumpfsinnigen Aktionen durch Trolls verursachen können. Sein Fazit: wir brauchen mehr Digital Empathy. Volle Zustimmung.

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Recap

Das Fazit zu der Konferenz ist folgendermaßen auf den Punkt gebracht: Eine sehr gute Konferenz der Bitkom, bei der sum.cumo übrigens Mitglied ist. Die Themen AI, ML, Big Data und Digital Art wurden aus allen Perspektiven beleuchtet und besprochen. Angereichert mit Workshops, Startup Corners und Meet & Greets war das ein rundes, inspiratives und informatives Event.

Bis zum nächsten Jahr!