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26.11.2018 sum.cumo

4 Fragen an Markus Siering zur ColdFront 2018 in Kopenhagen

Wir waren neugierig und befragten Markus zur ColdFront

Wir bei sum.cumo basteln weiter fleißig an unserem noch recht neuen Blog. Hier geben wir Einblicke in geschäftliche Themen und schreiben über technische und kreative Neuerungen. Da wir mittlerweile ein recht großes Team sind, das auch noch sehr viel unterwegs ist, wollen wir unsere „Reiseerlebnisse“ in kleinen Interviews teilen – angefangen heute mit Markus Siering, der noch vor ein paar Tagen auf der ColdFront Kopenhagen weilte. Das Interview führt eines der Mitglieder unseres Frontend-Teams, Jens (Meiert).

Jens: Welches war dein persönliches Highlight auf der ColdFront?

Markus: Das waren gleich zwei Talks, zwischen denen ich mich gar nicht entscheiden kann.

Aus technischer Sicht war „Mind Control in JavaScript – Experimenting with Alternative Interactions“ von Charlie Gerard großartig. Sie hat per Hirnstrom-Messung eine Drohne ferngesteuert. Ich fand es faszinierend, dass sie einerseits ganz offen sagte, dass sie keine gelernte Entwicklerin ist und auf der anderen Seite so ein Proof of Concept baut. Eine Slide, die mir vom Vortrag besonders in Erinnerung geblieben ist: „Useless is not worthless.“ Man lernt auch aus Projekten, die nicht unbedingt einen praktischen Nutzen haben.

Zudem hat mich der letzte Talk der Konferenz von Mina Markham begeistert: „Do the Most Good.“ Sie hat von ihren Erfahrungen bei der Arbeit in Hillary Clintons Wahlkampf-Team erzählt. Thematisch ging es überhaupt nicht um Technik, sondern darum, wie man Gutes in die Welt bringen kann und andere Leute in ihren Anliegen sinnvoll unterstützen kann. Das war ein ganz guter Anschub, um sich bewusster in diese Richtung zu bewegen. Eine zentrale Slide war „Do all the good you can for all the people you can in all the ways you can for as long as you can“ und das beschreibt den Talk auch ganz gut.

Jens: Welcher Vortrag war für dich am nützlichsten und warum?

Markus: Harry Roberts gab in seinem Vortrag „It’s My (Third) Party and I Cry If I Want To“ sehr viele direkt anwendbare Tipps, um Webseiten performanter zu machen. Ich kannte zwar schon einige der Hinweise – der Vortrag hat aber noch mal sehr klar gemacht, wie die einzelnen Verbesserungen konkret dazu beitragen, eine Seite schneller zu machen. Sehr gut gefallen hat mir auch die direkte Verknüpfung mit harten Zahlen zur Website-Performance. Da kann man immer noch ein wenig rausholen.

Zwei Talks haben mich zudem auf Bereiche aufmerksam gemacht, die ich gerne weitergehend erforschen würde:

Shirley Wu hat per Live-Coding recht beeindruckend gezeigt, wie man mit D3 Daten visualisieren kann (Beispiel als Vue-App).

Jessica Liu hat in „How a Design Tool Changes Relationships“ eindrucksvoll demonstriert, wie eine andere Herangehensweise an Design-Tools und die Produktentwicklung den Kollaborationsprozess zwischen Designern und Entwicklern auf ein neues Level heben kann. Jetzt will ich unbedingt mal Figma ausprobieren.

Jens: Gab es ein Thema oder einen Trend, der dir besonders aufgefallen ist?

Markus: Das übergreifende Thema der Konferenz war „The future of…“, auf das etliche Talks ausgerichtet waren. In einem der Vorträge wurde der Vergleich zwischen dem Auto und dem Internet gezogen – auf einem Zeitstrahl gesehen ist das Internet noch unglaublich jung, so dass viele Technologien und Vorgehensweisen gerade erst in der Entstehung sind. Passend dazu haben die Talks das Blickfeld breit aufgezogen und gezeigt, wie in Zukunft Interfaces, Kollaboration und Prozesse anders gedacht werden: Ob es um engere Zusammenarbeit zwischen Designern und Entwicklern ging; um den Einsatz neuester technischer Ansätze und Features; um das Thema Machine Learning; oder um Augmented und Virtual Reality. Alle Bereiche stehen erst am Anfang. So gesehen geht es gerade erst los, egal woran man im Web arbeitet.

Jens: Wenn jemand noch nie in Kopenhagen war, was wäre dein persönlicher Vorschlag, was man dort unbedingt machen sollte?

Markus: Ich hatte am letzten Tag noch etwas Zeit, daher habe ich mir im „The Living Room“ einen Kaffee gegönnt. Schönes Café, nette Leute, guter Kaffee. Ich glaube, da kann man in der Stadt eh nicht viel falsch machen – dort ist gefühlt jede Person gerade aus einem Style-Magazin gefallen. Oder man selbst hinein, das werde ich noch herausfinden.

Was ich zudem für Hamburger sehr empfehlen kann: Man kommt recht günstig per direkter Zugverbindung nach Kopenhagen, Fährfahrt inklusive.

Jens: Danke Markus!